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Vesakhfest , Wiener Pagode, 2008 |
Vesakh im Monat Mai ist das buddhistische Fest zum Gedenken an den Buddha schlechthin. Im Oktober/November findet die Kathina-Zeremonie statt.
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Es ist gut, zu Beginn daran zu denken, dass der buddhistische Blick auf die Welt nicht trübsinnig ist. Der wahre Buddhist hat keinen schlechten Humor, er lächelt darüber, wie er durchs Leben geht. Denn der Buddhistmus ist wahrlich keine defätistische Philosophie, sondern eine Botschaft, die Freude und Hoffnung ausstrahlt. Das Vesakh-Fest, das überall in der buddhistischen Welt gefeierte Fest vereinigt in sich verleichsweise Weihnachten und Ostern. Es ist ein Tag des Gedenkens an den Vollkommen-Erwachten und an seine große, einzigartige, befreiende Lehre und fällt in den Mai, den Zeitpunkt sowohl der Geburt als auch der Erwachung und des schließlichen Verlöschens des Erhabenen. Grundlegend für den buddhistischen Kalender sind die Phasen der Sichtbarkeit des Mondes. Die Jahreszyklen, die auf den Mondmonaten aufbauen (12 mal 29,54 = 354 Tage) sind mit dem Sonnenjahr (365,25 Tage) nicht deckungsgleich, so muss durch Schaltjahre etc. ein Ausgleich geschaffen werden. Für die Hauptfeste ist der Vollmondtag jeweils der chonologische Fixpunkt. Allerdings wird der "reine" Mondkalender insofern überwunden, als die Feste in einer besonderen Art geschaltet werden, d.h. entsprechend dem Sonnenkalender jeweils in dieselbe Jahreszeit verlegt werden. Daher: Gefeiert wird Vesakh nach dem Mondkalender am Vollmondtag des vierten Monats (nach dem Sonnenkalender im Mai oder manchmal in den ersten Junitagen, wie 2004 und 2007). 2005 fiel Vesakh auf den 23. Mai, 2006 auf den 13. Mai, 2007 auf den 1. Juni, 2008 auf den 20. Mai und 2009 auf den 9. Mai. Der buddhistische Kalender kennt auch eine eigene Jahreszählung, die mit dem Eingang Buddhas ins Nibbana im Jahre 544 v. Chr. beginnt. Historisch ist das Datum vielleicht nicht stichhaltig, bleibt aber als Kalenderdatum prägend. Im Jahre 1956 feierte die buddhistische Welt groß das Jahr 2500 nach Buddhas Parinibbana (Verlöschen). Mit dem buddhistischen Neujahrsfest im April 2000 begann das Jahr 2544 der buddhistischen Ära. Häufig wird an diesem Feiertag die Internationale Buddhistische Flagge, als Symbol der weltweiten buddhistischen Einheit, gehisst. Vesakh wurde in Würdigung des buddhistischen Beitrags zur Weltkultur 1999 auch von der UN-Generalversammlung anerkannt. Das Fest wird bereits vom chinesischen Indien-Pilger Fahsien (399-414) in seinen Reiseberichten erwähnt. Fahsien bezieht es nur auf die Geburt Buddhas, erst im 12. Jahrhundert werden die Geburt Buddhas in Lumbini, seine Erleuchtung in Bodh Gaya und sein Erreichen des Parinibbana in Kusinara die Festinhalte; lokale Unterschiede und Nuancen bezüglich der Festinhalte sind bis heute erhalten. Entsprechend der Bedeutung des Mönchstums in der Theravada-Tradition sind Klöster oft Mittelpunkt des Vesakh-Festes, die Feierlichkeiten bestehen in Rezitationen aus buddhistischen Schriften und der damit verbundenen Darlegung der Lehre, die traditionellen Vesakh-Predigten in Thailand beispielsweise dauern die ganze Nacht. Rituell vermehrt sind die Feiern bei Vesakh durch Prozessionen um ein Buddhaheiligtum und durch Verehrung von Buddhastatuen mit Weihrauch, Blumen und Kerzen; auch das Überreichen von Früchten oder Kleidern an Bedürftige oder der Besuch von Kranken gehört zu diesem Fest. Neben einer Buddhastatue ist ein Bodhi-Baum Mittelpunkt von Feiern, in Erinnerung an Buddhas Erwachung. Die Bäume werden mit bunten Fahnen und Farbbändern geschmückt, auf denen Mantren oder Wünsche geschrieben sind. In der heutigen Zeit finden sich in den westlichen Ländern oft Gruppen aller Traditionen in einem Zentrum zusammen und es finden Vorträge, Meditationen und Zeremonien der verschiedenen Theravada und Mahayana - Traditionen statt, begleitet von Podiumsdiskussionen und kulturellen Darbietungen. Oft auch gibt es ein spezielles Kinderprogramm. Mit vegetarischen Köstlichkeiten wird für das leibliche Wohl gesorgt. Die Bedeutung des Vesakh-Festes geht aber über das rein historische Moment hinaus und so ist es Mahnung und Symbol für die Notwendigkeit und die Möglichkeit der Verwirklichung unserer eigenen Erwachung. Ein weiteres wichtiges Fest ist die Kathina-Zeremonie, deren Fixierung Ende Oktober/Anfang November sich durch die jahreszeitlich-klimatischen Bedingungen Nordindiens ergibt. Die Regenzeit dauert in Indien ca. drei bis vier Monate. Die Mönche des Buddha gingen damals noch zu allen Zeiten (in Indien Winter, Sommer, Regenzeit) auf Wanderschaft, aber die Menschen beanstandeten das, weil die Mönche in dieser Zeit Gras niedertreten und kleine Lebewesen töten würden. Die Mönche legten den Fall dem Buddha dar und danach erlaubte er, die Regenzeitobservanz anzutreten. Und so begannen die Mönche sich in dieser Zeit in Viharas (Klöstern) aufzuhalten, die von Laien materiell unterstützt wurden. Diese zunächst äußerliche Gegenbenheit wurde Haftpunkt für die Entwicklung des Klosterlebens, da man sich während dieser Zeit intensiv der Meditation und der Beachtung der Lehre widmen konnte, zugleich aber auch für Laien die Möglichkeit bot, das Kloster zu unterstützen. Aus Anlass des Endes der Regenzeit nun, werden die Mönche mit neuen Roben ausgestattet, die in feierlicher Prozession zum Temel oder Kloster gebracht werden. Die Überreichung des Stoffes soll traditionellerweise in der Morgendämmerung geschehen, woraus die eigentliche Robe noch am selben Tag von den Mönchen selbst hergestellt wird. Anschließend wird die Robe zur Grenze des Klosterbezirks gebracht, wo sie vom Orden an einen einzelnen Mönch als dessen Besitz überreicht wird. Die Kathina-Zeremonie hat die Nuance, dass sich während der Regenzeit die Mönche besonders der spirituellen Praxis hingegeben haben - und von dieser spirituellen Kraft hofft der Laienanhänger magisch etwas abzubekommen, wenn er in der Zeremonie am Ende der Regenzeit dem Kloster Stoff für die neuen Mönchsroben bringt. Ferner gibt es die vom individuellen Lebenskreis bestimmten Feste. Die Feier des Gedenkens an die Zufluchtnahme zu Buddha - Dhamma - Sangha zum Beispiel oder die Annahme eines buddhistischen Namens. Im Unterschied zum asiatischen Buddhismus, wo die Namensgebung zwar im Gefolge der Geburt geschieht, aber keine ausgeprägte Ritualistik entfaltet, ist dies im westlichen Buddhismus ein ungleich zentraleres Ereignis, weil dadurch die Annahme des Buddhismus öffentlich bekundet und die eigene buddhistische Indentität betont wird. Denn die Zufluchtnahme zu den "drei Juwelen" ist eigentlich nur eine "private" Entscheidung für den Buddhismus.
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