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"Als Königin Maya das Kind zehn Monate getragen hatte, kam sie am Mai-Vollmond-Tag auf dem Weg zu ihren Verwandten in den Lumbinihain, dessen Bäume sich bei ihrem Nahen dicht mit Blüten und Früchten bedeckten." |
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Und im Land und im Geschlecht der Sakya wurde um die Mitte des sechsten Jahrhunderts v. Chr. der Knabe Siddhattha geboren. Dies geschah so: Als Königin Maya im vierzigsten Lebensjahr stand, träumte sie, dass ein schöner weißer Elefant in ihren Schoß einging. Da das Wort "Nago" eines der Worte für "Elefant" auch "jenseitiges Wesen" oder auch "hohes Wesen" bedeutet, kann es auch besagen, dass sie den Eintritt der Schwangerschaft, nämlich das Hinzutreten eines jenseitigen Wesens, das sich inkarnieren will, voraussah.Es war zu dieser Zeit so üblich, dass eine Frau, welche ein Kind erwartet, in ihr Elternhaus reiste, und so wurde auch alles für eine Reise der Mutter Maya nach Devadaho arrangiert und eine Gesellschaft von Trägern und Soldaten machten sich mit ihr auf den Weg. Etwa auf halbem Wege, als sie an dem lieblichen Lumbini-Hain vorbeikamen, verspürte Maya den Wunsch, sich dort an dem herrlichen Frühlingstag etwas zu ergehen. Als sie unter dem blühenden Bäumen einherschritt, drängte plötzlich das Kind zur Geburt. Während sie sich am Zweig eines großen Salbaumes festhielt, brachte sie stehend ihr Kind zur Welt. Die Geburt erfolgte völlig schmerzfrei. Der Bodhisatta bereitete seiner Mutter keine Wehen, machte ihr die Geburt nicht schwer. Weitere Geschehnisse, die im Majjhima Nikaya 123 von der Geburt des Buddha geschildert sind, sind nicht weniger wunderbar, als diejenigen, die über die Geburt Christi überliefert sind. So wie die heiligen drei (oder ursprünglich vier) Könige aus dem Morgenland dem Christuskind huldigten, so heißt es, dass das Buddhakind zuerst von den vier Welthütern, den vier himmlischen Maharajas, entgegengenommen wurde und nicht von Menschen. Diese Vier Großen Könige - den vier Erzengeln vergleichbar - präsentierten der Maya ihr Kind mit den Worten: "Beseligt sei, o Königin, ein hochbegabter Sohn ist dir geboren." Die Eigenschaft der "hohen Begabung" (mah´esakkho) bedeutet seelischen Reichtum, die Fülle von Fähigkeiten. Wörtlich heißt es unter anderem weiter: "Von Angesicht hab ich es, o Herr, vom Erhabenen gehört, von Angesicht vernommen: `Wann da, Anando, der Bodhisatta aus dem Leibe der Mutter hervorkehrt, erhebt sich in der Welt mit ihren Göttern, ihren dunklen und hellen Geistern (Mara- und Brahma-Wesen), mit ihrer Schar von Priestern und Büßern, Göttern und Menschen, ein unermesslich mächtiger Glanz, überstrahlend sogar der Götter göttliche Pracht. Und auch die Zwischenwelten, die traurigen, trostlosen, finsteren, wo selbst diese Sonne und dieser Mond, die so mächtigen, gewaltigen, mit ihrem Scheine nicht hindringen, auch dort erhebt sich ein unermesslich mächtiger Glanz, überstrahlt sogar der Götter göttliche Pracht.... alsbald nach der Geburt, Anando, fasst der Bodhisatta mit beiden Füßen zugleich Boden, wendet das Antlitz gen Norden und schreitet mit sieben Schritten geradeaus, während ein weißer Schirm über ihm schwebt; und er blickt nach allen Seiten hin und spricht das gewaltige Wort: Der Höchste bin ich in der Welt, der Hehrste bin ich in der Welt, der erste bin ich in der Welt: das letzte Leben lebe ich, und nicht mehr gibt es Wiedersein.' Dass aber, o Herr, der Bodhisatta alsbald nach der Geburt so das gewaltige Wort spricht, eben das hab ich mir, o Herr, als erstaunliche, außerordentliche Eigenschaft des Erhabenen gemerkt." Das ein neugeborenes Kind sofort gehen kann und dass es gar sprechen kann, dass es gar die Zukunft schauen kann und dass in der Zukunftsschau die Gewissheit liegt, in diesem jetzt begonnen Leben ein Vollkommen Erwachter zu werden, das scheint unfassbar. Es widerspricht jeglicher Erfahrung und jeglicher Wahrscheinlichkeit jedenfalls so lange, als man den Menschen mit dem Leibe identifiziert und ein neugeborenes Kind als absoluten Anfang annimmt. Wenn man aber bedenkt, dass der Bodhisatta bis vor kurzem ein mächtiges, selbstverantwortliches Wesen gewesen war, mit aller Vernunft begabt, und dass er klarbewusst mit Seele und Geist un mit dem feinstofflichen Leib, dem sog. Astralleib, in den Mutterschoß eingegangen war, um sich dort einen neuen Körper als Werkzeug aufzubauen, dann werden die wundersamen Berichte verständlicher, nach welchen der Buddha gleich nach der Geburt seine bevorstehende Erwachung noch ebenso wusste wie zuvor im Tusita-Himmel. In diesem Lichte ist auch der Bericht über die Geburt des Erwachten zu sehen als ein Zeichen von Klarbewusstheit. Wichtig ist, den psychischen Gesetzen näherzukommen, die in jenen Geburtsgeschichten ihren Ausdruck gefunden haben. Nach der Geburt ihres Sohnes unter diesen besonderen Umständen kehrte Maya sofort zur Residenzstadt Kapilavatthu zurück. Voller Freude empfing der Raja seinen erstgeborenen Sohn als seinen Nachfolger und das ganze Volk freute sich mit. So wurde der Bodhisatta von allen Seiten auf Erden freudig empfangen. Zu berichten ist noch, dass um diese Zeit in den Bergen ein Seher namens Asito lebte, er war einer jener indischen Asketen, die in der Einsamkeit zu besonderen Fähigkeiten durchgedrungen waren. Er kam zu König Suddhodana und fragte nach dem Kind. Man brachte ihm das Kind - es war am dritten Tage - und da bemerkte er an ihm jene zweiunddreißig Körpermerkmale, die von den Brahmanen seit uralten Zeiten als Zeichen eines Erwachten angegeben wurde.Die Mutter des Kindes Siddhattha starb früh, sieben Tage nach der Geburt des Knaben; ihre Schwester Mahapajapati, die zweite Gatten des Suddhodana, hat Mutterstelle an ihm vertreten.
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