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Sarasvati, die Göttin der Redekunst, der Dichtung und der Musik.
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Wenn der westliche Mensch das Wort "Götter" hört, dann regt sich in ihm meist eine innere Abwehr. Er denkt dabei oft nur an vergleichsweise so primitive Götter wie die der Griechen, Römer, Germanen und mancher Naturvölker. Er vergisst, dass z.B. der Abschnitt aus den Bereichen übermenschlicher Geistwesen im Christentum "Engel" vieler Grade umfasst. All diese übermenschlichen Bereiche und noch viel mehr umspannt der im Deutschen meist mit Götter übersetzte Pali-Begriff "deva". |
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Die Frage, ob es übermenschliche jenseitige Wesen, Engel, Geister, Gottheiten, "Götter" gibt, wurde zu Zeiten des Erwachten nur ganz selten gestellt: Denn es war den Menschen ganz selbstverständlich, dass es ein Jenseits gibt und dass es gute und üble, hohe und niedere Geister aller Grade auch dort ebenso wie hier gibt. Der Erwachte erwiderte einmal auf die Frage, ob es Götter gäbe: "Der Hochsinnige ist sich klar geworden, dass es Götter gibt." Was wollte der Buddha damit sagen? - Hochsinnig wird genannt, wer danach strebt, seine Psyche, sein "Herz", zu hoher Art zu läutern. Ein solcher erfährt notwendigerweise im Laufe seines Strebens aus eigener Erfahrung die Bestätigung des - vom Erwachten genannten - Gesetzes der Psyche, welches lautet: Die Psyche ist ein Spannungskomplex, in welchem alles Wollen fixiert ist; sie bedient sich des Körpers als Werkzeug, aber sie kann nur durch bewertendes Denken geändert werden. Durch körperliche Vorgänge kann die Psyche nicht geändert, sondern allenfalls zeitweilig an der Äußerung oder Betätigung gehindert werden. Sie ist nach dem Tod genau so, wie sie im Laufe des Lebens geändert wurde durch poitiv bewertendes Denken von Richtigem, Gutem, Heilsamen oder positiv bewertendem Denken von Falschem, Üblem, Unheilsamen. Wer sich zu einen "Engel in Menschegestalt" gerangebildet, das heisst gute psychische Qualitäten erworben hat, welche über die gewöhnliche Menschenart hinausgehen, dessen Psyche ist nach dem Tod so lange von übermenschlicher Art, wie sie nicht wieder durch positiv bewertendes Denken übler Dinge verdunkelt wird. Eine übermenschliche Psyche, die nicht in einem grobstofflichen Körper wohnt, nannten die Inder "deva", und das wird hierzulande meist mit "Gott" oder "Gottheit" übersetzt. In dem Indien zur Zeit des Buddha war die Blickrichtung nach innen unvergleichlich mehr verbreitet als heute im Westen. Das es "Götter" gibt, war eine schlichte und vielen aus eigener geistiger Erfahrung bestätigte Grundtatsache des Lebens. Vor diesem Hintergrund der selbstverständlichen Einbeziehung des Jenseits mit einer der Vielfalt psychischer Möglichkeiten entsprechenden Vielfalt von Geistwesen muss man nun auch die Berichte über das Verhältnis des Buddha zu den Göttern sehen: Der Buddha kam von einem Götterhimmel her auf die Erde; bei seiner Geburt war bei den Göttern große Freude; sein ganzes Leben hindurch begleiteten ihn Gottheiten. Bei seiner Schmerzaskese vor der Erwachung wollten sie ihn vor dem Verhungern bewahren; der Brahma Sahampati veranlasste ihn zum Lehren; bei seinem Eingehen in das vollkommene Nirvana waren Tausende von Gottheiten zugegen. Sie griffen noch bei der Beisetzung des Leichnahms ein. Und es wird berichtet, dass ein Geistwesen, das wegen einer Lehrfrage von dem befragten Mönche an den Buddha verwiesen worden war, den Mönch bat, selber mit dem Erwachen zu sprechen, da er von so vielen mächtigen Gottheiten umgeben zu sein pflege, dass es für ein einzelnes Geistwesen schwer sein, ihn anzusprechen. Es heißt, dass viele Tausende von Göttern beim Erwachten Zuflucht nahmen (Digha Nikaya 4) und dass beu einer einzigen Lehrdarlegung Tausende von ihnen den Stromeintritt erlangten. Darum eben wird der Buddha der "Meister der Götter und Menschen" genannt. Es wird oft geschildert, dass der Buddha in der mittleren Nachtwache meist von Gottheiten verschiedenster Grade besucht wurde und dass er sie belehrte. Ungezählte Male wird in den Lehrreden berichtet, dass eine Gottheit mit ihrem Glanz die ganze Gegend erhellte und vor dem Erwachten erschien. Götter meldeten ihm Ereignisse, sie huldigten ihm, sie stellten Fragen. Und verstorbene Mönche und Anhänger, die in Götterbereichen wiedererschienen, besuchten ihn. So häufig wie Götter zu ihm kamen, so selten war es, dass der Buddha selbst Götterbereiche besuchte, zum Beispiel um seine (kurz nach seiner Geburt hingeschiedenen) Mutter dort zu belehren. Oder um Götter in der Lehre zu bestärken oder um Irrtümer der Himmelswesen zu widerlegen. Ergreifend sind die Gespräche des Buddha mit Brahmas. Ein Brahma ist ein Wesen, dass durch völlige Überwindung alles Begehrens nach Sinnendingen und durch unermessliches Strahlen in grenzenloser Liebe (metta) in einen genau diesem Wirken entsprechenden, für uns unvorstellbar hohen Daseinsbereich gelangt ist, wo es lange Zeiten hindurch in unermesslichem Glanz besteht. So wird von zwei Gesprächen des Buddha mit Brahma Bako berichtet, der da glaubte, ewig zu sein, das Ende von Geburt und Tod erreicht zu haben, und voll Stolz war, dass die Menschen zu ihm beteten. Ihm nennt der Buddha in einem ersten Gespräch noch höhere Daseinsformen, deren Endlichkeit und die Möglichkeit der Auflösung. Dann zeigt er ihm, dass es selbst für den Brahma Bereiche gibt, wohin sein Blick nicht reicht, indem der Buddha dem Brahma entschwindet und nur seine Stimme vernehmen lässt. Bei einem späteren Gespräch zeigt der Buddha dem Brahma Bako, dass jener nur durch bestimmte gute Werke Brahma geworden sei und dass der Erwachte selber einst in einem früheren Leben sein Asketenschüler gewesen sei und ihn für erleuchtet gehalten hatte. Ein anderer Brahma glaubte sich gewiss, dass kein anderes Wesen in seinen einsam erhabenen Bereich gelangen könne. Da erschienen ihm der Buddha und ebenso Mahamoggallano, Mahakassapo, Mahakappino und Anuruddho. Und jener hohe Brahma begriff, dass er nicht ewig sei. Als er dann hörte, dass noch viele Buddhamönche so geistesmächtig seien und alle Triebe aufgelöst hätten, da war er tief beglückt. Aber manche langlebigen Götter waren auch erschüttert und klagten, als sie vom Erwachten hörten, dass sie vergänglich seien. Berühmt geworden ist die Rede vom großen Heil, das Mahamangala-Sutta. Sie zeigt, wie der Buddha eine Auseinandersetzung der Himmelswesen über die Streitfrage gelöst hat, was der höchste und erstrebenswerteste Segen sei. Diese Lehrrede fand in Jeta-Hain des Anathapindika statt. In der heutigen Zeit wird der Text noch in vielen asiatischen Ländern als Paritta, als Schutzrezitation bei vielen glücklichen Anlässen wie Geburt, Hochzeit, Hausbau usw. von buddhistischen Mönchen rezitiert. Er soll die Menschen daran erinnern, was sie zu tun haben, um zu eigenem, fremdem und beiderseitigen Wohl beizutragen.
Die Rezitation beginnt so: Yam mangalam dvadasahi cintayimsu sadevaka sotthanam nadigacchaanti atthatimsanca mangalam Was das Heil sei, darüber haben die Götter zwölf Jahre lang nachgedacht. Sie können das wahre Glück nicht finden und die achtunddreißig Arten des Heils. Desitam devadevena sabbapapavinasanam sabbalokahitatthaya mangalam tam bhanama he Gelehrt hat es der Gott der Götter zur Vernichtung allen Übels; der ganzen Welt zum Wohle lasst uns verkünden dieses Heil!
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