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Als Zuflucht, heitern Aufenthalt, zur Schauung, Klarsicht einen Ort dem Orden spenden, nennen die Erwachten höchste Spendenart. |
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Das nächste Jahr sah den Buddha wieder in Rajagaha. In die zweite Regenzeit fielen wichtige Begegnungen. So mit dem Leibarzt von König Bimbisara. Dieser, mit Namen Jivaka Komarabhacca hatte sieben Jahre lang an der berühmten Universität Takkasila (Sanskrit: Taxila in Pakistan) studiert und war danach durch spektakuläre Heilerfolge berühmt geworden. Er nahm Zuflucht als Laienanhänger und überließ dem Sangha, dem Orden des Buddha, seinen Mangohain (Jivakambavana) als Vihara, als Aufenthaltsort und Kloster. Darüber hinaus betreute Jivaka den Sangha ärztlich, was ihm viel Arbeit und wenig Honorar einbrachte. Doch er kam dieser Aufgabe freudig nach. Ferner wohnte in der Stadt Rajagaha ein reicher Großkaufmann. Der wurde ein eifriger Anhänger des Buddha. Als er sah, dass die Mönche im Bambuspark im Freien wohnten, fragte er sie nach dem Grund. Sie erwiderten, der Erhabene habe bisher noch keine Wohnungen zugelassen. Er bat sie, sie möchten den Erhabenen bitten, eine solche Zulassung auszusprechen. Das geschah auch. Und der Kaufmann baute innerhalb kurzer Zeit nicht weniger als sechzig Wohnstätten, Klausen und Mönchsunterkünfte. Eines Tages bekam er Besuch von seinem Schwager, dem reichsten Großkaufmann von Savatthi, namens Sudatto, der überall Anatha-pindiko ("Der den Ungeschützten Almosen gibt") genannt wurde. Als dieser ankam, bemerkte er, dass man ihn im Gegensatz zu sonst kaum beachtete. Er fragte, was wohl bevorstehe: Eine Hochzeit, der Besuch des Königs gar? Der Schwager verneinte all dies: "Für morgen ist bei mir zu Gast geladen der Mönchsorden mit dem Erwachten an der Spitze." Anathapindika erwiderte spontan: "Der Erwachte sagtest du?" "Ja, morgen kommt der Erwachte hierher." Da sprach Anathapindika tief aufatmend: "Schon dieses Wort allein hört man selten in der Welt 'Ein Erwachter'. Kann man ihn wohl gleich sehen?" Der Schwager erwiderte, es sei jetzt nicht an der Zeit, aber morgen. Erwartungsvoll und voller Unruhe verbrachte Anathapindika die Nacht. Noch vor dem Morgengrauen erhob er sich und ging vor die Stadt hinaus zum Dunkelwald, wo der Buddha weilte. Als der Kaufmann sich näherte, sprach der Buddha: "Komm, Sudatto." Dieser war tief betroffen, dass ihn jemand mit dem Namen ansprach, unter dem ihn hier niemand kannte. Er konnte nicht anders, als dem Erhabenen zu Füßen zu fallen, und ihn zu fragen, ob es ihm wohlergehe. Der Erwachte erwiderte, Geheilten gehe es immer wohl, weil sie alle Möglichkeiten von Leiden abgetan hätten. Und dann sprach der Buddha mit ihm, zuerst vom Geben, dann von der Tugend und seligen Welten, dann vom Unterschied zwischen Begehren und Loslassen und schließlich von der tiefsten Wahrheit, wie die Buddhas sie nur verkünden. Dabei gelangte Anathapindika zum vollen Verständnis der Lehre, zum Stromeintritt. Und er lud den Erwachten am darauffolgenden Tag zum Mahle in das Haus seines Schwagers ein. Nach dem Mahl fragte er den Erwachten, ob er dem Orden in seiner Heimat Savatthi auch ein Kloster bauen dürfe. Der Buddha erwiderte: "Die Vollendeten lieben stille Plätze." "Ich verstehe, o Herr, ich verstehe", sagte Anathapindika und kehrte hocherfreut in seine Heimat zurück. Anathapindika machte sich auf die Suche nach einem geeigneten Klosterplatz. Was er fand, war der Park des Prinzen Jeta, ein Sohn des Kosala-Königs Pasenadi, jedoch war Jeta nicht gewillt, sein Besitzrecht aufzugeben. Nicht einmal für achtzehn Millionen. Eine Äußerung, die der in Rechtsgeschäften versierte Anathapindika unverzüglich dem königlichen Schiedsgericht vortrug. Dieses befand, dass die Nennung eines Betrages, auch im ablehnenden Sinne, zum Verkauf verpflichte (denn wer nicht verkaufen will, nennt keinen Preis). Es wurde schließlich festgesetzt, dass so viele Goldstücke, wie man nebeneinander auf das Gelände gelegt werden können, zu bezahlen seien. Anathapindika ließ viele Wagen mit Goldmünzen beladen und den Platz damit auslegen. Als noch eine kleine Ecke fehlte, erklärte sich Jeta bereit, dort ein mächtiges Torgebäude zu bauen, dass er dem Buddha stiften wollte. So wurde denn auf dem Gelände, das der Siegerwald hieß, eine Klosteranlage gebaut. Dann schickte er Boten nach Rajagaha, und der Buddha verbrachte so die dritte Regenzeitperiode in Savatthi. Nachdem er in den Hauptstädten der Sakyer, der Vajjiner und der Magadher die Lehre befestigt hatte, kam nun als vierte Hauptstadt die des Reiches Kosalo an die Reihe, den Segen der Gegenwart eines Vollkommen Erwachten zu genießen. Zur Übergabe des Klosters an den Orden veranstaltete Anathapindika ein großes Fest mit freigiebigen Spenden für jedermann un mit einem großen Zug seiner ganzen Familie und Untergebenen, dem Erhabenen das Geleit zu geben. Er widmete das Kloster dem Orden feierlich mit folgenden Worten: "Dieses Siegerwaldkloster schenke ich der Mönchsgemeinde der vier Weltgegenden mit dem Erwachten an der Spitze für heute und immer." Bald danach erhielt der Orden in Savatthi noch eine zweite Stätte. Eine reiche Anhängerin, Visakha mit Namen, hatte einmal im Siegerwaldkloster ihren prächtigen Schmuck in der Predigthalle liegen gelassen, den Ananda fürsorglich verwahrte. Sie nahm dies Ereignis als Wink des Schicksals und baute im Wert des Schmucks eine mächtige Klosteranlage im Osthain vor den Toren der Stadt, die nach ihr den Namen "Mutter Migaros Terasse" erhielt. Es blieb nicht aus, dass auch der König von Kosalo, Pasenadi, mit dem Erwachten zusammentraf. Er näherte sich dem Buddha durchaus skeptisch und fragte: "Erhebt uns etwa auch der Herr Gotamo den Anspruch, er sei in der höchsten vollkommenen Erwachung auferwacht?" Der Buddha: "Wenn da, Großer König, einer mit vollem Recht von jemandem behauptet, er sei in der höchsten vollkommenen Erwachung auferwacht, so mag er das von mir sagen." König: "Die Asketen und Priester, Herr Gotamo, die eine Gemeinde, eine Sekte um sich haben, bekannte, berühmte Furtbereiter, die viel bei den Leuten gelten, wie Purano Kassapo, Makkhali Gosalo, Nigantho Nathaputto, Sanjayo Belatthiputto, Pakuddho Kaccayano, Ajito Kesakambali, diese erhoben, von mir also befragt, nicht einen solchen Anspruch. Wie kann es denn da der Herr Gotamo, der noch so jung an Lebensjahren, noch so jung an Asketenjahren ist?" Der Buddha: "Vier, Großer König, dürfen nicht, weil sie jugendlich sind, gering geschätzt werden: ein Adeliger, eine Schlange, eine Feuer, ein Mönch." Und der Buddha erklärte ihm näher, was es mit diesen Vieren auf sich hat. Da der König durch seinen Lehrer Bavari, der später im hohen Alter ein Schüler des Buddha wurde, in geistigen Dingen erfahren war, verstand er diese Belehrung und wurde so für die Lehre gewonnen. Er fasste großes Vertrauen zum Buddha und über die Jahre suchte er immer wieder den Buddha um Rat auf. Kosalas dicker König wird aus den Beschreibungen des Pali-Kanons sehr lebendig: Eine ungemein menschliche Mischung aus Wohlleben, Bonhomie, philosophischer Reflexion und politischer Schläue. Den Stromeintritt aber erlangte der König trotz aller Belehrungen in diesem Leben noch nicht - und darin unterscheidet er sich von seinem Mitkönig Bimbisaro von Magadha. Trotzdem hatte der König Liebe und Zuneigung zum Erwachten und gewährte ihm in seinem Reich Schutz wie Bimbisaro. So waren jetzt die beiden indischen Königreiche im Gangestal, Kosalo und Magadha, für die Lehre gewonnen, und der Buddha wanderte in den nächsten Jahrzehnten in deren Gebiet umher.
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